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Tropenhaus Frutigen AG

Am Fuss der Berner Hochalpen liegt ein tropisches Paradies: Das Tropenhaus Frutigen.

Kategorie: Ausflüge & FerienFür Familien & Kinder Für Familien & Kinder    - Region: Berner Oberland, Schweiz    Berner Oberland, Schweiz    Karte

Website: http://www.tropenhaus-frutigen.ch › Tropische Insel in den Alpen

Das Tropenhaus nimmt im Alpenraum die führende Rolle in der Nutzung erneuerbarer Energien ein. Es züchtet Fische und Früchte und ist als Vozeigebetrieb das Kompetenzzentrum für sinnliche und erlebbare Vermittlung der damit verbundenen Themen und Dienstleistungen.

Eine Idee entsteht


Hoch über dem Eisenbahn-Basistunnel durch den Lötschberg thronen die Schneegipfel des Doldenhornmassivs. Regen- und Schmelzwasser strömt durch die Kalkschichten des Bergs in die Tiefe, dabei wird es durch den Gesteinsdruck erwärmt. Bei Frutigen, auf der Nordseite des Tunnels, tritt es als warmer Bergbach (mit einer Temperatur von rund 20°C) zutage.

Ein solcher Wärmeüberschuss würde die einheimischen Fischbestände gefährden. Deshalb darf das Wasser aus dem Tunnel nicht direkt in die Natur abgeleitet werden. Wohin aber sonst mit dieser Wärme?

Eine ebenso originelle wie attraktive Lösung hat der Ingenieur Peter Hufschmied gefunden. Seine Idee ist bestechend einfach: Nutzen wir doch den Wärmeüberschuss für die Zucht von Wärme liebenden Fischen und Pflanzen! Mit diesem Ansatz lässt sich eine teure und energieintensive Abkühlung des Tunnelwassers vermeiden; gleichzeitig kann die Wärmeenergie auf sinnvolle und nachhaltige Weise genutzt werden.

Aus diesem Gedanken ist eine einzigartige Einrichtung entstanden: Das Tropenhaus Frutigen. Die Kombination von tropischem Ambiente, Aquakultur und alpiner Umgebung sucht weltweit Ihresgleichen. Geschlossene Stoffkreisläufe und erneuerbare Energien sind an dieser Stätte keine theoretischen Begriffe, sondern können von jedermann unmittelbar erlebt und nachvollzogen werden.

Im Talboden von Frutigen, mitten im Berner Oberland, setzt das Tropenhaus einen markanten architektonischen Akzent. Die äussere Hülle des Besucherzentrums wi-derspiegelt die raue Kraft der Bergwelt. Sie steht damit in einem spannungsvollen Dialog mit der meditativen Entspanntheit der angrenzenden Wasserflächen und Grünräume. Das Innere der Anlage ist durch spannende Raumabfolgen und faszinierende Übergänge geprägt.


Ausflugserlebnis Tropenhaus


Das Tropenhaus Frutigen ist ein attraktives Ausflugsziel, sowohl für Einzelpersonen als auch für Gruppen. Geniesser kommen ebenso wie Wissbegierige auf ihre Kosten. Im Besucherzentrum ist ein informativer Rundgang angelegt, der mit attraktiven Erlebnisangeboten flankiert ist.

Der Rundgang vermittelt interessant aufbereitete Informationen zu den Themenkrei-sen «Geothermie / Erneuerbare Energie» und «Aquakultur / Nachhaltige Nahrungsproduktion». Damit kommen Fragen zur Sprache, die für die Menschheit bereits heute von grosser Bedeutung sind und die künftig in unserer Welt erst recht einen zentralen Stellenwert einnehmen werden.

Pro Sekunde gelangen 100 Liter warmes Wasser aus dem Lötschberg-Basistunnel ins Tropenhaus – in einer Stunde sind dies nicht weniger als 2000 Badewannen voll. Die Besucher erleben auf eindrückliche Weise, wie diese Ressource vor Ort genutzt wird: Auch bei eisigen Aussentemperaturen herrscht im Tropenhaus ein behagliches Klima. Unter idealen Bedingungen gedeihen hier Palmen, tropische Obstbäume und exotische Blumen. In grossen Becken schwimmen imposante Störe und andere Wär-me liebende Fische. Sie lassen sich aus nächster Nähe bestaunen.

Nicht nur die sogenannte Geothermie – die Wärme die direkt aus dem Lötschberg-massiv kommt – wird in der Ausstellung thematisiert. Auch weitere Formen von erneuerbarer Energie lassen sich direkt und hautnah erleben, beispielsweise die Produktion von Strom aus Sonnenlicht, Wasserkraft oder Biogas.

Wer das Tropenhaus besucht, kann die hier produzierten Nahrungsmittel in den beiden hauseigenen Restaurants gleich geniessen: Die «Terrasserie» ist unter Palmen angelegt und bietet eine spektakuläre Aussicht auf die Wasserlandschaft, das «Esturgeon» befindet sich bei der Plantage und dem botanischen Garten, dahinter lockt das Panorama der Berner Alpen. Exklusive und hochwertige Köstlichkeiten aus eigener Produktion sind auch im hauseigenen Shop erhältlich.

Mit seiner aussergewöhnlichen Atmosphäre ist das Tropenhaus ein idealer Rahmen für Veranstaltungen aller Art, etwa für Hochzeitsfeiern, Firmenanlässe, Tagungen, Schulexkursionen, Präsentationen und Shows. Dank des vielseitigen touristischen Angebots in der Region lässt sich der Besuch des Tropenhauses gut auch zu einem mehrtägigen Ausflug erweitern. Sowohl die Standortgemeinde Frutigen als auch die nahen Ferienziele Kandersteg und Adelboden sowie der Thunersee bieten vielseitige Möglichkeiten zur Gestaltung eines attraktiven Rahmenprogramms: Im Sommer locken Wanderwege und Bike-Routen in fantastischer Bergwelt, im Winter stehen herrliche Skipisten zur Verfügung.

Erneuerbare Energie

Das Tropenhaus Frutigen verfügt über ein innovatives und zukunftsweisendes Energiekonzept. Im Zentrum steht die Erdwärme aus dem Lötschberg: Der grösste Teil der Energie, die im Tropenhaus benötigt wird, entstammt dem warmen Bergwasser aus dem Eisenbahn-Basistunnel. Das hat gleich zwei Vorteile: Das Wasser wird soweit abgekühlt, dass es danach ohne negative Auswirkungen für die Natur in die Kander abgeleitet werden kann. Und gleichzeitig entstehen durch den Betrieb des Tropenhauses keine problematischen Immissionen (z.B. Abgase), wie sie bei der Nutzung von konventioneller Energie unvermeidlich sind.

Die Erdwärme (oder Geothermie) gehört zu den nachhaltigen Energiequellen. Sie bleibt kontinuierlich verfügbar, da sich ihr Bestand immer wieder erneuert. Damit unterscheidet sich Energie aus erneuerbaren Quellen fundamental von fossilen Energieträgern (z.B. Erdöl) und Kernbrennstoffen: Deren Vorkommen nimmt bei fortdauernder Entnahme stetig ab. Für die Zukunft der Menschheit sind alternative Formen der Energieproduktion und nutzung von entscheidender Bedeutung. Im Tropenhaus werden dafür geeignete Wege aufgezeigt und in der Praxis beispielhaft genutzt.

Das warme Wasser aus dem Lötschberg ist nicht die einzige Besonderheit in Sachen Energie, mit der das Tropenhaus auftrumpft. Mit Sonne, Wasser und Biomasse stehen weitere nachhaltige Energiequellen zur Verfügung. Das Wasser aus dem Eisen-bahntunnel stellt dabei den Grundbedarf sicher. Zusätzlich wird Restenergie benötigt, beispielsweise für die Heizung des Gewächshauses. Sie wird durch eine Wärmepumpe bereitgestellt. Ein allfälliger Wärmeüberschuss wird über den Wärmeverbund an weitere grössere Produktionsbetriebe in der Umgebung weitergegeben.

Aufgrund seiner Lage im sonnigen Berner Oberland ist das Tropenhaus geradezu prädestiniert für die Nutzung von Solarenergie. Das Sonnenlicht wird sowohl für die Stromproduktion als auch für die Aufbereitung des Warmwassers genutzt. In einer hauseigenen Turbine wird aus überschüssigem Trinkwasser ferner elektrische Energie gewonnen. Aus organischen Abfällen entsteht zudem in unmittelbarer Nachbar-schaft des Tropenhauses hochwertiges Biogas.

Die Besucherinnen und Besucher können all diese Aspekte der Energieproduktion auf anschauliche Weise erleben und nachvollziehen. Die Wasserturbine beispielswei-se ist teilweise aus Plexiglas gebaut, so dass sich ihre Funktionsweise auch im vollen Betrieb mitverfolgen lässt. Und sogar das Thema Windenergie – eine weitere Form von nachhaltiger Energie – kommt zur Sprache: Unübersehbar ragt vor dem Tropen-haus das 22 m hohe Rotorblatt einer Windturbine in die Höhe.


Nachhaltige Fischproduktion


Das Tropenhaus Frutigen leistet auf dem Gebiet der Fischzucht in landbasierten Aq-uakulturen Pionierarbeit. Im Zentrum der Anlage befindet sich eine leistungsfähige Produktionsstätte für die Zucht von verschiedenen Arten von Süsswasserfischen. Das 20 Grad warme, qualitativ hochwertige Wasser aus dem Inneren des Lötschbergs ist die ideale Umgebung für den Sibirischen Stör und den Flussbarsch. Der Stör liefert nicht nur delikates, grätenfreies Fleisch, sondern auch das Luxusprodukt Kaviar, das aus den Eiern der weiblichen Tiere gewonnen wird.

Bereits seit 2005 steht im Tropenhaus eine Pilot- und Forschungsanlage für die Fischzucht in Betrieb. In enger Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Fisch- und Wildtiermedizin der Universität Bern konnten hier die Haltungsbedingungen optimiert werden. Gleichzeitig wurden neuartige, besonders tierfreundliche Methoden für die Ermittlung des Geschlechts der Störe und für die Bestimmung der optimalen Kaviar-Reife entwickelt.

Der Fischbestand im Tropenhaus wird derzeit auf rund 60'000 Fische ausgebaut. Dies ermöglicht eine Jahresproduktion von 45 Tonnen Störfleisch, zwei bis drei Tonnen Kaviar sowie 20 Tonnen Flussbarsch.

Fischfleisch liefert wertvolle ungesättigte Fettsäuren und stellt deshalb ein wichtiges Element einer ausgewogenen Ernährung dar. Der weltweite Fischfang gefährdet jedoch das natürliche Gleichgewicht in den Ozeanen zunehmend. Wegen des steigen-den Proteinbedarfs einer stetig wachsenden Menschheit kommt es immer wieder zu Überfischungen. Die Bestände an Wildfischen sind deshalb teilweise dramatisch zurückgegangen. Dies gilt in besonderem Masse für den Stör: Wegen der Jagd nach der begehrten Delikatesse Kaviar sind die meisten der 27 Störarten weltweit vom Aussterben bedroht.

Eine sinnvolle und nachhaltige Alternative zum Fischfang im offenen Meer ist die Aquakultur – die Aufzucht von Fischen (und anderen Wassertieren) in Gehegen, die im Wasser liegen. Aquakultur ist somit eine wesentliche Grundlage dafür, dass sich der Druck auf die gefährdeten Wildbestände verringert.

Im Tropenhaus Frutigen steht das Thema Nachhaltigkeit auch bei der Aquakultur im Zentrum. Grosser Wert wird auf artgerechte Tierhaltung gelegt. Ferner ist geplant, die Fische nicht mit konventionellem Futter zu ernähren – dieses wird aus ökologisch und ethisch problematischem Fischmehl hergestellt. Stattdessen sollen sie mit alternativen Eiweissen gefüttert werden, die in Zusammenarbeit mit der regionalen Landwirtschaft produziert werden. Auf Antibiotika, Medikamente und chemische Schädlingsbekämpfungsmittel wird konsequent verzichtet.

Öffnungszeiten

Die Ausstellung ist täglich von 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr geöffnet (letzter Eintrittum 17.00 Uhr). Das Restaurant Terrasserie ist von Dienstag bis Samstag von 9.00 Uhr bis 23 Uhr (warme Küche von 11.30 Uhr bis 14.00 Uhr und von 18.00 Uhr bis 21.30 Uhr) und Sonntag/Montag von 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr (warme Küche von 11.30 Uhr bis 14.00 Uhr bzw. sonntags bis 15.00 Uhr) geöffnet.Oona - das Restaurant ist von Dienstag bis Samstag ab 18.00 Uhr und am Sonntag von 11.30 Uhr bis 14.00 Uhr geöffnet. Sonntag- und Montagabend ist das Tropenhaus Frutigen geschlossen.

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